Der Vielfraß - Mittelschweden

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Der Vielfraß

Tiere in Schweden

Hoch im Norden, jenseits des Polarkreises, hinterlässt ein seltenes und bislang kaum erforschtes Raubtier seine Spuren im Schnee.

Der Vielfraß.



Für die Entstehung seiner deutschen Be-zeichnung klingen vieler-lei Gründe plausibel.
Die am häufigsten anzutreffende Erklärung geht von einer falschen Deutung des schwedischen "Fjäl-Fräs", was soviel wie Felsenkater (Fjellfross) oder Bergkatze bedeutet aus. Auch eine Umdeutung des älteren norwegischen Namens "fjeldfross" (fjeld (fjell) = skandinavisches Hochland) durch hansische Pelzhändler des 15. Jahrhunderts ist möglich.
Eine weitere Version ist die Tatsache, dass man bis ins Mittelalter Hyänen als Vielfraße bezeichnete. Nach dem Auftauchen der ersten Felle des bis dahin unbekannten Tieres, setzte sich im deutschsprachigen Raum diese Bezeichnung auch für den Järv (skandinavisch | Jerv (norwegisch)) durch.

Sagen & Legenden


Seit je her besitzen Geschichten über den Größten der Marderfamilie viel Mythologie.
Mehr die Legenden der Vergangenheit als das heutige Wissen haben das Bild des Vierbeiners mit den riesengroßen Pfoten geprägt. Auch heute ist es schwer, Halbwahrheiten von reellen Begebenheiten zu unterscheiden. In
Skandinavien leben etwa 500 Tiere



Der Vielfraß ist ein scheues, selten beobachtetes Tier, welches cirkumpolar in den großen nordischen Nadelwäldern, der Tundra und der Übergangszone vom Fjellbirkenwald zum offenen Fjell vorkommt.
In Norwegen ist eher letzteres der Fall, weshalb der Vielfraß hier als Gebirgsraubtier angesehen wird.
Die größten Bestände in Norwegen leben in den inneren nord-norwegischen Fjellregionen zwischen dem Børgefjell und der Finnmark (mit Tana als östliche Grenze). Am dichtesten ist der Bestand in der Region Bardu/Øvre Dividalen im inneren, südlichen Troms. In Südnorwegen kann der Vielfraß mit viel Glück im Raum Snøhetta (Dovrefjell) - Rondane - Reinheimen und seltenen Fällen als Streiftier in Jotunheimen beobachtet werden.
Der Vielfraß ist zwar tag- und nachtaktiv aber scheu und lebt zurückgezogen in unzugänglichen Fjellregionen. So existieren von ihm nur wenige Film- und Fotoaufnahmen in freier Wildbahn.


Der Vielfraß ist die größte Marderart und wird auch Bärenmarder, Gierling, Giermagen, Gierschlund oder Järv genannt. Der Name “Vielfraß” geht auf eine falsche Übersetzung des nordischen Wortes „Fjelfras“ zurück, was so viel wie Felsenkatze bedeutet.
Der Vielfraß ist ein Einzelgänger, der weder Tag noch Nacht für die Jagd bevorzugt. Er beansprucht ein Revier, das mehrere hundert Quadratkilometer groß sein kann und das er auch täglich mit weiten Wanderungen durchstreift.
Der Vielfraß ist hervorragend an seinen kalten und unwirtlichen Lebensraum angepasst. Er hat ein dichtes wasserabweisendes Fell und breite, große Füße mit Spannhäuten zwischen den Zehen, die das Einsinken im Tiefschnee verhindern.
Zudem scheut er das Wasser nicht und schwimmt ausgezeichnet.

Aufgrund des geringen Nahrungsangebots in der arktischen Tundra ist der Vielfraß ein sehr aggressiver Jäger. Es ist sogar beobachtet worden, dass er Braunbären und Pumas von ihrem Riss vertrieben hat. Mit seinem starken Gebiss ist er auch in der Lage Knochen spielend zu knacken, was ihn in die Lage versetzt, seine Beute effizient zu verwerten. Wahrscheinlich nennt man auch deshalb die Hyäne des Nordens. Aber seine Voraussetzungen als Jäger sind ebenfalls beachtlich. Er ist kräftig gebaut, hat starke Krallen und ist sehr muskulös, seine starken Nackenmuskeln ermöglichen es ihm sogar einen Elchkadaver, der immerhin mit bis zu einer halben Tonne Gewicht mehr als das zehnfache des Vielfraßes wiegt, in sein Versteck zu ziehen. Er schreckt auch nicht davor zurück andere Raubtiere zu jagen, so wurden bereits erfolgreiche Jagden auf Füchse und Luchse gesehen. Selbst der Respekt vor dem Menschen hält sich in Grenzen, es wurde bereits mehrfach von hungrigen Vielfraßen berichtet, die nicht nur in Häuser eindrangen, sondern diese auch noch mit Sekret als ihr Revier markierten.
Aber er hat auch Fressfeinde, Bären, Pumas und ganze Wolfsrudel sind eine Gefahr für ihn. Gegen Feinde kann er, ähnlich dem Stinktier, ein übelriechendes Sekret meterweit spritzen. Aber wegen seiner Wehrhaftigkeit ist er für keine andere Art ein bevorzugtes Beutetier.
Populär wurde er durch die Comicserie “X-Men”, in der die Figur “Wolverine” seinen Namen trägt, da dies die englische Bezeichnung für den Vielfraß ist.

Der Vielfraß ähnelt in seinem Körperbau den Echten Mardern, wird aber deutlich größer. Er erreicht eine Kopfrumpflänge von 65 bis 105 Zentimetern und eine Schwanzlänge von 17 bis 26 Zentimetern. Mit einem Gewicht von bis zu 32 Kilogramm werden Männchen deutlich schwerer als Weibchen, die 20 Kilogramm erreichen können. Der massive Kopf und die kräftigen Gliedmaßen erwecken einen deutlich kompakteren und kräftigeren Eindruck als bei anderen Mardern. Die Ohren sind relativ klein, der Schwanz ist kurz und buschig. Das lange, dichte Fell ist dunkelbraun oder schwärzlich gefärbt, charakteristisch ist eine gelbliche oder hellbraune Bandzeichnung, die sich von den Schultern über die Seiten des Rumpfes erstreckt und sich über der Schwanzwurzel wieder vereint.

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